PV-Aufständerung für Gründächer: Herausforderungen und Lösungen

Die Aufständerung von Photovoltaikanlagen (PV) auf Gründächern stellt eine besondere Herausforderung dar, da sowohl die Anforderungen an die Dachbegrünung als auch die Statik und Effizienz der PV-Module berücksichtigt werden müssen. Hier sind die wichtigsten Herausforderungen und mögliche Lösungen:Weitere Informationen finden Sie unter PV Aufständerung

Herausforderungen

  1. Lasten und Statik
    • Gründächer haben oft eine begrenzte Tragfähigkeit. Die zusätzliche Last durch PV-Module, Aufständerungen und Ballastierung kann problematisch sein.
    • Punktuelle Belastungen müssen vermieden werden, um die Dachabdichtung nicht zu beschädigen.
  2. Dachabdichtung und Durchdringung
    • Bohrungen zur Befestigung können die Dachhaut beschädigen und zu Undichtigkeiten führen.
    • Eine durchdringungsfreie Installation ist oft erforderlich.
  3. Verschattung durch Pflanzenwuchs
    • Die Vegetation kann im Laufe der Zeit wachsen und die Module verschatten.
    • Begrünung muss regelmäßig gepflegt und entsprechend ausgewählt werden (z. B. niedrig wachsende Pflanzen).
  4. Wind- und Sturmfestigkeit
    • Flachdächer sind besonders windanfällig.
    • Die PV-Anlage muss gut ballastiert oder aerodynamisch optimiert sein.
  5. Effizienz der PV-Module
    • Ein zu niedriger Neigungswinkel reduziert den Energieertrag.
    • Reflexionen durch Dachbegrünung können den Wirkungsgrad beeinflussen.

Lösungen

  1. Leichte, lastoptimierte Montagesysteme
    • Systeme mit breiter Auflagefläche verteilen das Gewicht besser und schonen die Dachhaut.
    • Aluminium- oder Kunststoff-Konstruktionen sind oft leichter als Stahl.
  2. Durchdringungsfreie Ballastsysteme
    • Schienen- oder Wannenlösungen, die durch Ballast (z. B. Kies, Betonplatten) fixiert werden.
    • Kombination mit der Substratschicht der Dachbegrünung möglich.
  3. Modularer Aufbau mit angepasster Neigung
    • Flach aufgeständerte Systeme (10–15°) bieten einen guten Kompromiss aus Stabilität und Effizienz.
    • Aerodynamische Konstruktionen reduzieren Windlasten.
  4. Wartungskonzepte zur Begrünung
    • Einsatz von niedrigen, langsam wachsenden Pflanzen (z. B. Sedum) zur Minimierung von Verschattung.
    • Regelmäßige Pflege und Kontrolle der Vegetation.
  5. Kombination mit Kühlungseffekten
    • Die Verdunstungskälte der Begrünung kann die Modultemperatur senken und den Wirkungsgrad verbessern.

Fazit

Die Kombination von PV-Anlagen und Gründächern ist nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll, erfordert aber eine sorgfältige Planung. Durch angepasste Montagesysteme und eine harmonisierte Dachbegrünung können sowohl ökologische als auch energetische Vorteile genutzt werden.

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